refugees sprechen für sich selbst!

Die GfZK war am Wochenende eingeladen, das Projekt „kennen.lernen“ beim Festival „INTERVENTIONEN – refugees in art and education“ vorzustellen, und so konnte auch ich mitfahren und ein wenig von anderen Kulturprojekten mit Geflüchteten erfahren. Oder besser: Von Kulturprojekten von Geflüchteten.
Denn was ich gesehen und sehr genossen habe, waren eine ganze Reihe von Gruppen von refugees, die für sich selbst gesprochen haben, die ihre eigenen Themen setzten und sich ganz bewusst selbst organisierten. Sehr präsent ist mir dabei die Präsentation des Refugee-Club-Impulse geblieben:

„Sie wollen den refugees immer eine Stimme geben, aber wir haben schon eine Stimme. Die hört nur keiner.“ (aus dem Gedächtnis zitiert)

Eine absolut berechtigte Kritik, die es wirklich in sich hat: Jemandem eine Stimme zu geben, setzt voraus, dass diese/r keine Stimme habe und birgt die Möglichkeit, sie ihm/ihr auch wieder zu nehmen. Was legitimiert KünstlerInnen und PädagogInnen, diese Position einzunehmen?

Und gleichzeitig: Ist es nicht die Verantwortung von KünstlerInnen und PädagogInnen, die Möglichkeit zu schaffen, gehört zu werden? Ist es nicht unsere Aufgabe, gewissermaßen als gesellschaftliches Korrektiv, Räume des Zuhörens zu eröffnen?

Und wo bleibt dabei mein eigenes Erleben? Kann ich mich überhaupt so weit zurücknehmen?

Das alles ist ein schmaler Grat. Den von einer Gruppe selbstbewusster Menschen vor die Füße geknallt zu bekommen, war super. Man verliert sich mit seinem deutschen Pass dann doch schnell im Dschungel der Lokalpolitik, der Unterbringungskonzepte und Wohnungssuchen. Man fühlt sich schnell als sehr guter Mensch, weil man sich damit befasst. Und dann sitzt da diese Gruppe und macht kurzen Prozess: Wir reden selbst. Wir wollen gehört werden. Es geht nicht um Kleinkram – es geht um Menschenrechte. Punkt.

 

 

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